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von: Sandra P. •   • Lesedauer: 1 min

Location des Jahres - der bayerische Biergarten

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, am 4. Januar 1812, erlaubte König Max I. Joseph von Bayern, den Brauereien des Isarkreises, Bier direkt aus den Kühlkellern auszuschenken und er erlaubte den vielen Durstigen, eigene mitgebrachte Speisen an Ort und Stelle zu verzehren.

Um das frisch gebraute Bier in den bayerischen Bierkellern durch Kühlen länger haltbar zu machen, benutzen die Brauer damals Eisblöcke und Stangeneis. Über den Kellern pflanzte man Kastanienbäume mit großen Blättern, die den Kellern und damit auch dem Bier im Sommer Schatten spendeten. Da ein frisches Bier ein wahrer Genuss war, kamen immer mehr Menschen zu den Kellern um dort das Bier zu kaufen und noch an Ort und Stelle zu trinken. Da die Brauer keine Gastwirte waren, gab es bald Streit mit den Wirtshäusern, die sich beim König beschwerten. König Max schlichtete den Streit, indem er zwar den Bierausschank im Garten über dem Bierkeller erlaubte, aber den Verkauf von Speisen - außer Brot - verhinderte und verbot. Die Biergartenkultur war damit geboren und breitete sich in Windeseile aus. Das frische Bier wurde gekauft und an rustikalen Tischen, zusammen mit der mitgebrachten Brotzeit verzehrt. Dieser Brauch hat sich bis heute gehalten und traditionelle Biergärten pflegen einen Bereich, in dem das eigene Essen von zu Hause mitgebracht werden darf. Nicht nur bei den Münchnern so lieb gewonnen, sondern weltweit imitiert und berühmt, die Münchner Biergartenkultur.

In der Verordnung heißt es: „Seine Majestät der König bewilligen, daß die hiesigen Bierbräuer auf ihren eigenen Merzenkellern in den Monaten Juni, Juli, August und September selbst gebrautes Merzenbier in minuto verschleißen [= verkaufen] und ihre Gäste dortselbst mit Bier u. Brot bedienen. Das Abreichen von Speisen und andern Getränken bleibt ihnen aber ausdrücklich verboten.“